Donnerstag, 17. Dezember 2009

"Lies mal in den Ameisen und sag mir wie spaet es ist."








„Wir muessen mit der Metro bis „Pedro de Valdivia“ und dann weiter mit dem Bus 103 .“

Na gut Friedrich, wenn du es sagst!
Wenn Friedrich eines Tages mal heraus bekommen sollte, dass wir uns nur zu gerne auf seinen ausgepraegten Orientierungssinn verlassen, dann koennte es uns eines Tages vielleicht mal boese erwischen! Wer weiss was Friedrich am Ende mit uns vor hat? Vielleicht hat er sich die ganze Zeit als ein aktives Mitglied einer Untergrundorganisation in unserer Reisegruppe eingeschleust, um uns von unserem Vorhaben abzubringen oder uns eine Falle zu stellen...uijuijui...
...So etwas sollte man sich besser gar nicht erst ausmalen! Das ist auch nicht noetig. Bis jetzt schenken wir Friedrich immer noch jede Menge Vertrauen, da es keine weiteren Anzeichen auf Gefahr gab.

Jedenfalls sind wir mit dieser praegnaten Richtungsweisung auch wirklich beim ManuChaoConcert, in Santiago de Chile im Velodromo am 26.11.2009 um 20:00 Uhr, angekommen!
Muy Bien, kann ich da nur sagen! Muy Bien!
Fuer alles ist bei so einem Konzert gesorgt! Auf dem Weg zum Einlass gibt es alles was das Konzert-Besucher-Herz begehrt.Neben ManuChao-Stickern, Armbaendern, Postern, Kopftuechern, Cola, Essen (bevorzugt Completo's oder Pizzen, direkt auf dem rangeholten Grill zubereitet) und noch zu verkaufenden Restkarten, die ab und zu in unsere Gesichter wedeln, gibt es auch in dem bereits wartenden Publikum jede Menge Artisten, die ihre Kunststuecke stehend auf einem ihrer Freunde vollfuehren. In Germany sitzen die Menschen alle auf den Schultern, wenn sie es denn tun. Hier gehen wie immer Alle aufs Ganze und stehen gleich komplett auf ihrem Untermann.

So schlaengelt sich die Masse an Menschen voran...eine Pilgerfahrt ins 3 ½ Stunden andauernde Schlaraffenland...
3 ½ Stunden Musik vom Feinsten mit schaetzungsweise 15000 Leuten, die sich ihrem Schicksal hingaben und in der Masse eins mit der Musik und denen sie umgebenden Leuten wurden.
Mensch, und dazu gab es auch noch einen Panoramablick auf die Anden inklusive.
Das Publikumsverhalten Suedamerikas ist jedoch in keinem Maße vergleichbar mit dem in Europa.
Vergleicht man das Verhaeltnis von Applaus und Zugaben, dann kommt man auf die perplexe Schlussfolgerung: Weniger ist mehr!
In Deutschland ist es mir auf einem Konzert noch nie passiert, dass ich mich beim Klatschen selber gehoert habe. Hier war das pretty easy.. Eine Utopie in unserer Heimat.
Hierbei sei jedoch nicht ausser Acht zu lassen, dass sich unabdingbare Parameter leicht verschoben haben koennten. Zum Beispiel besteht die Moeglichkeit, dass ich an diesem Abend einfach lauter als jemals zuvor in meinem gesamten bisherigen Leben applaudiert habe oder dass es einfach dem Charakter der Band entspricht ohne viel Schnick Schnack und Gebettel so viel zu spielen, wie sie nur koennen! Die Jungs ließen sich jedenfalls nicht lumpen....immer und immer wieder standen sie aus dem Nichts wieder auf der Buehne, um uns noch ein kleines Staendchen extra darzubringen.
Uns sollte und hat es auch nicht gestoert....

Wir muessen von der „Baquedano“ zu der MetroStation „Universidad de Santiago“. Abfahrt vom Steig 22 mit TURBUS nach Mendoza.

Alles klar Friedrich, wie du meinst.
Ab geht die Post. Nach 8h benoetigter Fahrtzeit fuer 400 km, einmal ueber den Aconcagua, kamen wir direkt in die erste Stadt hinter der argentinischen Grenze. Da waren wir dann, wir drei deutschen Maedels mitten in Argentinien campend im „Parque Suizo(Schweiz)“ 6 km ausserhalb der Stadt (Wobei der Transport zum Satdtkern direkt vor unseren Toren abfuhr, welcher sich aus mit z.B. neongelben Fell geschmueckten Fahrkabinen der Busfahrer des jeweils zugehoerigen Busses zusammensetzten.) mitten im Gruenen mit Minimarkt, Rummel, Autokino, Pool und Baumschaukel vor dem Zelteingang.
Man muss schon sagen, nach eingehender Betrachtung dieses vergangenen Ausfluges haben wir uns gar nicht mal so dumm angestellt, was die Ueberlebensfaehigkeit in der Wildnis angeht...Da uns durch die Dichte des, uns umgebenden, Laubwaldes sogar der Blick auf die Sonne verwehrt geblieben ist, haben wir, von technischen Hilfsmitteln jeglicher Art abgeschnitten, irgendwann die Ameisenstrasse unter unserem Tisch, welche sich taeglich nach dem Standort unseres Muells neu orientierte, als natuerlich gegebene Unterstuetzung zum Ablesen der Uhrzeit nutzen gelernt. Natuerlich gab es wie jedes Mal ein paar kleine Pannen, obwohl es diesmal zur Ueberraschung aller der kleine Friedrich, statt der grossen Thesi war, der „hier“ gerufen hat, als es sich um den Platten bei unserer einzigen Fahrradtour durch die Stadt handelte.
Die minimalen Probleme bei dem Akt des Geldtausches (denn argentinische haben mit chilenischen Pesos nicht ein was gemeinsam. Ganz zu schweigen davon, dass das argentinische Geld von der Haltbarkeit, aehnlich wie Klopapier, spaetestens nach dem dritten Mal falten auseinander gefallen, und ueberall mit Telefonnummern und Notizen bekrakelt ist!) bzw. der Geldbesorgung wollen wir auch hier nur noch kurz am Rand erwaehnt haben.
In Flora und Fauna steht dieses Land unserer Heimat in nichts nach, auch wenn es sich um die Flora des Sommers handelt und eben nicht wie erwartet, um die des Winters. Ueberall gruen, Laubbaeume wohin das Auge reicht und wunderhuebsche Menschen die durch sie hindurch streifen. Hiermit ist das Raetsel um die physische Schoenheit der chilenischen Bevoelkerung endlich geklaert. Sie ist eine Raritaet und kaum auffindbar.
Die Argentinier sind in Wirklichkeit die huebschen Menschen von denen alle reden, wenn es um Suedamerika und seine Bevoelkerung geht. Somit waere dieser Mythos nun als unwahr identifiziert und aus unserem stereotypisierenden Denken eliminiert!

Haben wir wohl wieder alle was gelernt.
Es freut mich eure Aufmerksamkeit fuer kurze Zeit in Anspruch genommen haben zu duerfen.
Ich wuerde sagen: „Bis zum naechsten Mal, wenn es wieder heisst: Gruess mir mal die Margot.“

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