Dienstag, 24. November 2009

Hier mal was fuer die Augen...







Oh Gott bitte....wenigstens einen Schrank!






Zu Beginn moechte ich verlauten lassen, das es uns sehr freut, das wir durch die ausserordentliche Nutzung unseres Blogs schon in der Lage waren, einen unbekannten Leser zu einem Besuch in diesem wunderbaren Reiseland Chile (quasi) zu ueberreden.
So soll es sein...Was sonst soll man mit einem Blog wie diesem besseres erreichen?
Wer die letzten Eintraege gut mit verfolgt hat (niemandem moechte ich etwas anderes unterstellen, gab es doch so viele Nachfragen nach MEHR), wird bemerkt haben, das es eine grosse Luecke zu bestreiten gibt.
Also nix wie ran an den Speck!
Samstag morgen, halb 6 in Chile...
Wie immer schlummern alle noch sehr tief vor sich hin, immer mit den treuen Gefaehrten Nili und dem Sandmaennchen im Arm. Die Sonne blinzelt ueber die Berge und es sind noch 20 Minuten bis der Wecker seinem Befehl Folge leistet. Unbarmherzig und unaufhaltsam wird er das Kapitel „HappyHouse“ fuer diesen Tag einlaeuten.
…...bumbs.....
Mit schlaftrunkenem Wahrnehmungsvermögen und dem langsam erwachenden, doch ebenfalls fast noch schlummernden Schmerzempfinden, finde ich Friedrich und Sie sich selbst,aufgespießtt auf dem, am Vorabend perfekt von mir positionierten Ladekabel, neben ihrem und zwischen unseren Betten, wieder. Oijoijoi.
Da war das Bett wohl doch...“Ich dachte einmal umdrehen geht noch!“....zu schmal!
Nachdem eigentlich schon wieder Ruhe eingekehrt war und Friedrich mit Muehe und Not durch die Wirren ihres Schlafsacks Weg zurueck in ihr Bett gefunden hat, spielt sich vor meinem inneren Auge alles noch mal ab, wie auf Filmrolle brauche ich einfach nur noch mal auf Play zu druecken. Ich kann nicht anders und und gebe mich dem inneren Bedürfnislachen lauthals hin , Friedrich stimmt mit ein, immer noch nicht vollkommen faehig zu realisieren wie ihr geschah und das einzige was von der anderen Ecke kommt, ist ein genervtes „ggueueueue“...von Thesi, das findet sie gar nicht witzig.
Aber naja, ausgesucht hat sich das niemand und Friedrich erst recht nicht. Als Mal der Tollpatschigkeit traegt sie nun eine Zeichnung, aehnlich dem eines Elektroschockers auf dem Ruecken.
Was wir uns allerdings auch alle nicht ausgesucht haben, ist das Apartement in dem wir nun seit unserer Ankunft in Santiago hausen.
Angekommen im Hotel del Patio, um dort von Luis begruesst zu werden, hatten wir keine Vorstellungen, was uns erwarten wuerde.
Luis schaffte es schon innerhalb der ersten Minute alle unsere Erwartungen an ihn vollkommen zu sprengen, denn erstmal sollte er eine Frau und zweitens, dem Englischen nicht maechtig sein. Soweit waren die vorab-Informationen von unserer lieben Anette (unsere Kontaktperson von ContactChile). Beides erwies sich jedoch anders und so wurden wir in diesem Moment mit „Freddy Mercury“ bekannt. Ich schwoere bei allem was mir heilig ist und einem Indianer-Mapuche-Ehrenwort, das dies die realste Wiedergeburt auf Erden ist, auch wenn er sich uns erst jetzt offenbart hat, nachdem von seinem Vollbart nun nur noch der Schnurrbart, oder auf lauteranisch die „Rotzbremse“ uebrig ist!( Foto ist noch in Arbeit...)
Wie dem auch sei, Luis hiess uns Willkommen und fuehrte uns durchs Hotel und auf dessen Dachterrasse, von welcher man einen wundertollen Blick aufs Patio-Bellavista und die Anden hat. Nimmt man sich dann ein wenig Zeit auf dieser wundertollen Dachterrasse, die man als Gast fuer 120 Dollar die Nacht geniessen kann, sieht man links dieser einen Wohnblock, der ungelogen die des WK X bei weitem an der Haesslichkeit der Aussenfassade und dem Zustand der Baumaterialien uebersteigt. Einen krasseren Gegensatz haette man nicht finden koennen.
Mit dem Hinweis, das wir nun unser Apartement sehen wuerden, fuehrte uns der liebe Luis in eben diesen, gerade beschrieben Gegensatz-Block.
Zwischen der ersten und zweiten Sicherheitshuerde (dem Gittertor am Eingang und der doppelt gesicherten Eingangstuer) kam Thesi noch mal die deutsche Bedeutung fuer Apartement in den Sinn, in der es hiess, dies sei eine Einraumwohnung mit integrierter Kueche.
Uns waere alles recht gewesen. Auf der Hinfahrt kamen uns schon utopische, ja fast wahnwitzige Gedanken eines eigenen Badezimmers, da wir annahmen mit im Hostel zu wohnen.
Eigentlich haben wir uns nur einen Schrank gewuenscht, um die Wirklichkeit des laengeren Aufenthalts fuer uns selbst zu verdeutlichen. Denn es macht einen unheimlichen Unterschied, ob man aus der Kraxse oder einem Schrank lebt!
Als sich dann jedoch das vierte Schloss an unserer Wohnungstuer und somit die die dritte Sicherheitsschranke , nach einem verhaltenen Klicken oeffnete, wurden wir von einer Ansammlung leeren Raumes ueberwaeltigt.
Von wegen Einraumwohnung mit integrierter Kueche.
Schon allein die Kueche ist in zwei Raeume unterteilt. Von geteiltem Wohn- und Essbereich, so wie dem Ankleidezimmer der Frau Kohls moechte ich gar nicht erst beginnen.
Wir nennen nun, fuer die kommenden 10 Wochen, eine 2-etagige 5-Raum Wohnung unser eigen, in der fuer 10 Schlafgaeste Platz ist und die sich zu allem Uberfluss noch mit einer 2-etagigen Dachterrasse oben drauf schmueckt. Die laesst die Dachterrasse vom Hotel alt aus sehen. Das sag ich euch! Natuerlich befindet sich an fast jedem Zimmer ein Balkon, versteht sich ja wohl von selbst!
Dieses Ausmass an Platz hat auch schon mehrere Aktionen ueberstanden!
Es diente uns schon als Friseursalon, Sporthalle, Kantine, Garage fuer die Fahrraeder und Entspannungsort fuer Koerper und Geist.
Mehr fuer den Koerper als fuer den Geist, denn hier siehlt sich staendig jemand auf den Sofas rum um zu faulenzen, aber zum dumm quatschen, ist dann doch immer noch genug Kraft da!

Also, ich bin fuer ne Grillparty in unserem zeitweiligen zu Hause! Wer ist dabei?

Eingeladen ist, wer das hier liest. Wir warten auf eure Rueckmeldung, sagt uns einfach wann es euch passt! Wir sind da variabel.

Donnerstag, 19. November 2009

Lass mal ne La-Ola-Welle machen...

HolladieWaldfee...
Ich glaub mein Schwein pfeift...
Ja, ist denn heute schon Weihnachten?...
Das schlaegt dem Fass den Boden aus...
Ich glaub mein Hamster bohnert...

Liebe Leserinnen und Leser,
Glauben sie es oder nicht, aber nachdem unzaehlbare, immer wiederkehrende, nicht enden wollende Nachfragen immer wieder, staendig und mit Wohl wollen aus dem ueber 12500 km entfernten Alemania an unsere 3 Ohrenpaare getragen wurden, gibt es nun doch die lang ersehnte und mit Spannung erwartete Neuauflage des „Gruess mir mal die Margot“- Blogs.

Sonntag morgen, am 8 November 2009, halb 10 in Chile...
Unsere Reisegruppe befindet sich, nach einer eher ruhigen Karaoke-Live-Band Nacht noch im Schlummerschlaf. Friedelich traeumend sleepern sie vor sich hin....
bis die Trommeln der Strasse erklingen.
Nichts weltbewegendes hier in diesem Viertel(BellaVista), oder dieser Strasse (Pio Nono), auch wenn sich unter die Trommel gelegentlich gern mal eine Gitarre in Kombination einer Panfloete mischt.
Allerdings fuer keinen der Drei der favorisierteste Weg um geweckt zu werden und diesmal auch in wirklich ungekannten Lautstaerken vernehmbar.
In Erwartung eines bereits mehrfach gesehenen wohl bekannten Taenzers mit der Pauke auf dem Ruecken,der Zimbel oben drauf, dem Schlagstock in der Hand, so wie der Rassel um den Fuss, betrat ich den Balkon, der Versuchung nahe nach Ruhe zu bitten, nicht ahnend wie ein Feiertag auf chilenisch zelebriert wird.
Die gesamte Strasse gesaeumt mit Vereinen, dem des deutschen Karnevals aehnlich (Helau! An dieser Stelle an die Karneval-Verrueckten), jeder mit seiner eigenen Blaskapelle, unterstuetzt durchs Schlagwerk wie beim Umzug des Fanfarenzuges mit einer Priese chilenischen Temperamentes, tanzten sie dem heiligen Christobal, praktischer Weise nur einige Strassen weiter von uns, freudestrahlend entgegen.
Bombe! Da haben wir ja mal wieder den Hauptgewinn gezogen, in der festen Ueberzeugung die Realvariante des Winnitatsch in der vergangenen Nacht in einem Club um die Ecke kennen zu lernen, sei schon nicht mehr zu uebertreffen.
Tja, wat soll's, wa? Dann gings halt nach dem zwangsläufig eingeschobenen Fruehstueck wieder ab in die Koje. Da kenn wa nischt. Junge Menschen brauchen ihre acht Stunden Schlaf pro Tag.
Schlaf muss sein!
Wie soll man sonst konzentriert und wach all das aufnehmen und verarbeiten, was uns jeden Tag wiederfaehrt, wo es doch so viel zu sehen und entdecken gibt?
Por ejemplo, im Happy House Hostel, in dem Theresa und ich mit Vergnuegen und einem Happy-smile, acht Stunden pro Tag, fuenf Tage die Woche arbeiten, haetten wir vieles nicht kapiert, waeren wir nicht so wissbegierig und offen fuer spanische Instruktionen gewesen. Da muessen die Betten mit der lieben Sole gemacht werden. Die Baeder geputzt und die Leute ins geliebte Computersystem eingecheckt werden.(mit saemtlichen Befehlen in espanol...macht die Sache immer recht spannend!) Nebenbei flechten sich dann auch noch hoehere Aufgabenbereiche in unseren Arbeitsalltag. So sind wir Chica's innerhalb der ersten Woche schon zu Barcheffinnen avanciert und haben das Kommando an der feuchten-froehlichen Front uebernommen.
Candy dagegen entspannt taeglich mit ihren Kolleginnen im Hotel del Patio, in dem es immer eine Tasse heissen Kakao und ein Marmeladentoast gibt, wenn man mal zum skypen rueber kommt. Im Gegenteil zum HappyHouse (Barrio Brasil...mit dem Bicicleta ~ 20 min. von zu Hause), liegt Ihr Arbeitsplatz direkt neben unserem Treppenaufgang .... Was will man mehr als „le petit Friedrich“?
Parallel zu den Aufgaben, die sich uns auf unserer Arbeit zugeteilt haben, gibt es auch in unserer kleinen Reisefamilie eine indirekte Aufgabenverteilung, die sich mit der Zeit vollkommen natuerlich integriert hat!
Zuvor jedoch präsentiere ich ihnen hiermit brandneu und unverwechselbar......
Thesi's tolle Taten:
Wie bereits bekannt, hatten wir ja schon einige spannende Erlebnisse. Hier moechte ich noch einmal kurz an den Hexenschuss in Iquique erinnern. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, das sich die liebe Thesi wirklich ein kleines Ketesyndrom eingefangen hat! =) Bei allem was durch die Luefte fliegt, schreit die Thesi froehlich „hier“!
Unter anderem haben wir es geschafft, uns zweimal fast in der Metro einsperren zu lassen, die in Santiago nur bis elf Uhr abends faehrt.
Sind noch einmal glatt einem Werber namens Kiqui, fuer den Anschluss in sein Harem entwischt.
Haben mehrmals unsere Fahrradpedale auf dem Arbeitsweg verloren, um dann den Restweg zu Fuss, oder nach dem rettenden Anruf bei Candy und Riah fuer den Abholservice, per Metro zurueck zu legen.
Zur Kroenung haben wir es dann aber vollbracht, uns waehrend der Mittagspause der Bauarbeiter von gegenueber, in Schlafsachen und einem Ananassaft in der Hand auf dem Balkon aus der Wohnung auszusperren. Nach einem 1 ½ stuendigen Aufenthalt in luftigen Hoehen und mittlerweile gefuehlten 32 Grad, kam es dann am Ende doch noch zur Befreiung von Frau Kohls durch Cecilia, ebenfalls Mitarbeiterin an der Rezeption des Hotels, mit dem rettenden Schluesselbund und zwei Carabineris, besorgt und belustigt durch den niedlichen Gringo.
Dazu sei gesagt, moechte man die Tuer sonst schliessen geht es nie, denn sie wird von unten geschlossen und klemmt immer...
Halleluja, da macht man was mit,mit der Guten. Nebenbei uebernimmt sie fuer die Gruppe aber noch nuetzliche Aufgaben. So hat sie sich eines Tages mit wackerem Handgriff, zuversichtlichem Blick und ausreichender Montur unseres Faekalien-Orakels angenommen, das wir eine Zeit lang jeden Morgen befragen konnten, da sich unsere Spuelung ihrer urspruenglichen Bestimmung verweigerte. Wer sonst koennte diesen Job besser ausfuehren? Nur in Litschen kann einem so etwas mehrfach vor einer Chile reise im Leben passieren. Mit dem Gas haben wir uns jetzt auch angefreundet, nach dem es mehrfach Gasalarm in unserer Wohnung gab, zuletzt als Candys Haare sich gerade mitten in der Metamorphose befanden und plötzlich das Wasser beim Abspuelen vollkommen kalt wurde und die Wohnung eine neue Geruchsnote bekam...naja kann schon mal passieren, wenn der Nuppi einfach nicht mehr auf dem Behaelter bleiben moechte.
Aber zur Ueberraschung aller, haben wir auch das wie immer hin bekommen.
Somit ist unsere Thesi nun offiziell der Facility-Manager der LLH-Crew.
Candy dagegen, hat sich mit viel Sorgfalt der Berufung des Kassenwarts hingegeben. Freudvoll holt sie sich jedes mal aufs neue eine Factura an einer besonderen Kasse ab und ist mittlerweile auch schon zu einem neuen Mitglied der Lider-Familie mutiert.
Der Sicherheitschef am Eingang unseres Stamm-Supermarktes begruesst sie schon immer mit einem freundschaftlichen und wohl bekannten Laecheln und wir sind gespannt wie lange es noch dauert, bis wir die Tueten bis nach Hause getragen bekommen... Wir haetten nichts dagegen, wenn es schon soweit kommt, das man mit der Kraxse einkaufen geht, um alles weg zu bekommen...Da haben die Regale wirklich Unmengen zu bieten, gepreist durch jede menge Ofertas und doch landet am Ende immer nur das Gleiche bei uns im Kuehlschrank. Haupsaechlich sind es Milch, Cornflakes, Joghurt und Brot. Seid dem die liebe Christa, deutsche Weggefaehrtin seit dem Kennenlernen in Iquique, ihren Hintern nach 6 Wochen doch noch mal bis hier nach Santiago bekommen hat, um uns zu besuchen, ist das grosse Schlemmen ausgebrochen...Man kann uns drei schon fast durch die Gegend kugeln.
Jeden Tag gibt es neue Leckereien...Und keiner kann man widerstehen...Creme Brulee wird unser Untergang!
Wenn die Gute dann am Mittwoch FUER KURZE ZEIT nach Hause fliegt, muessen wir unsere Zwangs-Essens-Pause einlegen. Dann ist Fasten angesagt, denn wenn die Hosen kneifen und der Bauch jedes mal nach dem Essen weh tut vor lauter Fuelle, laeuft was falsch...oder zu gut, wie man es nimmt!
Wie dem auch sei, um die Reihe zu komplettieren, hab ich mich letztendlich auch meiner Bestimmung ergeben....kurze Haare muessen gepflegt und in Form gehalten werden, da ist es wie mit dem englischen Rasen im Vorgarten, da beisst die Maus keinen Faden ab! Also geht’s regelmaessig mit dem Messer des Pelo ans Werk. Nebenbei, auch wenn es jetzt wirklich lange gedauert hat, nehme ich mir auch noch der Taetigkeit als Reisereporterin an.
So hat jeder eine fuellende Beschaeftigung fuer die verbleibende Freizeit und kommt nicht auf dumme Gedanken.
Gefuellt ist diese ja so wie so schon mit fleissigem Vokabel lernen...
La Ola heisst uebrigens die Welle...
Also liebe Deutsche, lasst uns doch auf dem naechsten Konzert alle mal eine La Ola Welle machen...
Liebe Gruesse aus dem sonnigen Chile... RiahCandyThesi